Wenn die Sommerhitze zuschlägt
Hunde und Katzen schwitzen kaum bis gar nicht.
Bei großer Hitze kann es sogar richtig gefährlich werden und zum Hitzeschlag führen.
Die Regulation der Körpertemperatur erfolgt hauptsächlich durch Hecheln und Verdunstung über Pfoten und Speichel. Bei Fellnasen reicht das meist jedoch nicht aus - insbesondere mit langem Fell.
Was tun? - Hier ein paar Tipps für Euch!
1.Stetige Flüssigkeitszufuhr:
Unter die Mahlzeiten zusätzlich Wasser mischen
Stets frisches Wasser anbieten. Ist das für deine Fellnase zu „langweilig“, wird es mit einem kleinen Trinkbrunnen interessanter. Gerade viele Katzen finden das prima.
Eine erkaltete Knochen-/Fleischbrühe (mit Wasser vermischt) anbieten.
Bei den meisten Hunden kommen pürierte Gurken (Wassergehalt über 90%) gut an.
Ab und an mal ein Eis – geeignet für Hund bzw. Katze. Bitte keine Dauermaßnahme, da durch das Runterkühlen mit Eis, die Körpertemperatur wieder steigt, um die ggf. stark runtergekühlte Körpertemperatur wieder auszugleichen.
2.Mahlzeiten-Portionen kleiner halten, dafür öfter
Die normale Mahlzeit-Portion kann belastend für den Kreislauf sein, daher lieber kleinere Mahlzeiten und dafür öfter. Den Fellnasen geht es aber auch oft wie uns Menschen: Bei Hitze mag man nicht richtig essen.
3. Das richtige Futter geben
Sofern medizinisch und geschmacklich nichts dagegenspricht – solltest du auf wärmende Lebensmittel verzichten (z.B. Lamm, Wild, Huhn, Lachs, Reis, Nudeln).
Kühlende Lebensmittel wären jetzt besser, z.B. Pferd, Ente, Kaninchen, Joghurt, Gurke, Wassermelone.
Rindfleisch gehört zu den neutralen Lebensmitteln und könnte auch gegeben werden.
Barfen wäre gerade jetzt ideal – oder ein gutes Nassfutter.
4. Kühle Liegeplätze anbieten
Es gibt Kühlmatten - wobei meine Erfahrung ist, dass nicht alle diese gerne annehmen. Gerne werden kühlende Steinplatten/Fliesen in der Wohnung, auf der Terrasse, dem Balkon angenommen, aber unbedingt für Schatten sorgen.
Räume möglichst abdunkeln.
Einer unserer Hunde ist etwas „verrückt“, legt sich gerne in der prallen Mittagssonne in den Garten. Wir holen ihn nach kurzer Zeit wieder rein..
Handtücher ins Kühlfach legen und dann deiner Fellnase als Liegeplatz anbieten. Du kannst auch 2 – 3 Kühlakkus darunterlegen, dann hält die Kühlwirkung etwas länger.
Kühlakku in ein Handtuch wickeln und vorsichtig über den Körper deiner Fellnase streichen.
5.Mit deinem Hund nur eine kleine Pipi-Runde gehen – natürlich nicht in der noch heißeren Mittagshitze, sondern morgens/abends im Schatten und idealerweise nicht auf heißem Asphalt. Stets Wasser mitnehmen – auch wenn die Runde noch so klein ist.
6. Unterwegs mit Hund / Katze
Das Auto sollte idealerweise schon runtergekühlt sein bzw. werden mit der Klimaanlage – am besten schon vor Fahrtantritt (notfalls schon einmal ein Ründchen ohne die Fellnase fahren). Wenn eine Katze in einer Box mitfährt, sollte es keine Stoffbox sein sondern eine Box mit viel Luftaustausch – gilt natürlich auch für deinen Hund.
Was man nicht machen sollte, u.a.:
1.Niemals Hund, Katze oder auch Kinder bzw. hilflose Personen im abgestellten Auto lassen. Bei einer Außentemperatur von 26°C entwickelt sich die Innentemperatur nach nur 5 Min. auf ca. 30°C, nach 10 Min. auf ca. 33°C usw.
Bei einer Außentemperatur von 30°C steigt die Innentemperatur nach 5 Min. auf ca. 34°C, nach 10 Min auf ca. 37°C, nach 30 Min. auf ca. 46°C!
Selbst den Wagen im Schatten abzustellen und das Fenster etwas geöffnet zu haben, reichen nicht aus!
Ich war neugierig und habe mal ein Selbsttest (natürlich nur mit mir) gemacht. Es wird ruckzuck heiß, stickig, man bekommt kaum noch Luft….
2. An ein Gewässer fahren und den Hund mit Stöcken werfen oder ähnliches immer ins Wasser rennen lassen. Die Gefahr besteht, dass der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser so hoch sein kann, dass es einen Temperaturschock zur Folge haben kann. Das kann lebensgefährlich werden.
Zudem erhöht die Rennerei die Körpertemperatur und kann den Kreislauf (stark) belasten.
Was können Anzeichen für einen Hitzeschlag sein?
u.a. können starkes Hecheln, unruhiges Auf- und Abgehen, erhöhter Herzschlag erste Anzeichen sein.
Akute bis schwere Symptome können u.a. sein: stark gerötete oder sehr blasse Schleimhäute, Flache Atmung, verlangsamte oder kaum Reaktionen, Apathisches Verhalten/ Bewußtlosigkeit, Erbrechen, Zittern
Es muss sofort medizinische Fachhilfe geleistet werden = schnellstmöglich zum Tierarzt. Im Zweifel immer den Tierarzt kontaktieren!
Ich wünsche euch mit euren Fellnasen eine gute Zeit!
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